Herzlich willkommen auf der Website des Gold Standard Institut Europa

Mit dem Jahr 2014 nähern wir uns derzeit dem hundertsten Geburtstag des letzten Papiergeldexperiments.

1914 gaben die Regierungen von Deutschland, Belgien, Frankreich und England das Gold auf, welches den Menschen Wohlstand gebracht hatte und ersetzten es durch Papiergeld, das sie drucken konnten. Warum taten sie das? Die Antwort lautet: damit sie in den Krieg ziehen konnten. Krieg zu führen ist teuer – zu teuer für echtes Geld. Das war natürlich nur als kurzzeitige Maßnahme gedacht; so wie auch 1971 der Default der USA auf ihre internationalen Goldverbindlichkeiten nur zeitweilig sein sollte. So ging das 20. Jahrhundert dahin, das mit Abstand blutigste der Geschichte.

Heute befindet sich die Welt auf dem Weg zurück zum Gold: nicht weil die Regierungen es so wollten, sondern weil sie es müssen, wenn sie den totalen Ruin verhindern wollen. Zentralbanken haben seit 2009 Gold angesammelt, manche mehr, manche weniger. Sie wissen sehr genau, dass Gold seinen Wert über Zeit bewahrt, Papiergeld jedoch nicht.

Je mehr die Staatsreserven, ausgedrückt in Papiergeld, an Wert verlieren, desto dringender wird der Bedarf an Gold. Der Tag, an dem alle internationalen Transaktionen in Gold stattfinden werden, kommt schnell näher. Regierungen vertrauen dem Papiergeld der anderen nicht mehr; sie vertrauen nicht einmal mehr dem eigenen Papiergeld – aus gutem Grund.

Regierungen und Zentralbanken kümmern sich um ihre eigenen Belange; aber wer kümmert sich um die Interessen der einfachen Bürger? Sagen die Regierungen ihren Bürgern, dass ihre Papiergeldsorgen derart gravierend sind, dass sie so viel wie möglich ihrer eigenen Reserven abbauen? Ihr zynisches Schweigen verrät ihr Eigeninteresse.

Wir vom Gold Standard Institut sorgen uns. Seit vier Jahren sprechen und schreiben wir öffentlich für die unausweichliche Rückkehr zum Goldstandard. Im Gegensatz zu Regierungen ist das Institut eine gemeinnützige Organisation. Wir arbeiten unentgeltlich und finanzieren unsere Aktivitäten aus unserer eigenen Tasche und den Spenden der Institutsmitglieder, weil die Menschen über die bevorstehenden Ereignisse informiert werden müssen.

Thomas Bachheimer, Präsident des Gold Standard Institut Europa, arbeitet seit drei Jahren unermüdlich für die Agenda des Instituts. Die Welt ändert sich – schnell. Es ist an der Zeit, dass jeder sich über Gold und den unverfälschten Goldstandard informiert. Zumindest sollte man den Zentralbanken nicht nachstehen und beginnen, seine eigenen Goldreserven aufzubauen.

2014 wird es keine Party zu Ehren des 100jährigen Papiergeldjubiläums geben, aber wir werden vielleicht eine Feier des Beginns eines Goldstandards feiern können. Gold wird kommen, bist Du bereit? Auf welcher Seite der Geschichte wirst Du stehen – bei den Verlierern oder bei den Gewinnern?

Philip Barton
President, The Gold Standard Institute International

Gold- und Silberkauf – Grundlagen

Gewicht

Kaufen Sie in kleinen Einheiten. Dafür gibt es einige gute Gründe. Erstens, möchten Sie eventuell später tauschen. Dieser Tausch ist einfacher, wenn man anstelle von einem 10-Unzen-Barren 10 1-Unzen-Barren hat. Das Sparpotenzial an Papiergeld, wenn man größere Einheiten kauft, ist sehr gering bis nicht existent. Mit kleineren Einheiten hat man immer mehr Möglichkeiten, bei Transaktionen genau wie bei der Lagerung. 1-Unzen Münzen und Barren sind die häufigste Stückelung am Markt.

Zweitens, erlaubt diese Stückelung den stetigen Kauf von Gold und Silber über einen langen Zeitraum. Dies senkt den Eintrittspreis, da beide Metalle mehr und mehr Papiergeld kosten werden.

Drittens, je geringer das Gewicht, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es sich um eine Fälschung handelt. Dieses Problem wird in Zukunft eher zu- als abnehmen. Das heißt nicht, dass es sich nicht lohnt, einen 1-Unzen-Barren zu fälschen. Allerdings werden Fälscher größere Stückelungen profitabler finden.

Effektive Goldfälschungen werden aus Wolfram hergestellt, welches eine sehr ähnliche Dichte wie Gold hat. Ein Wolfram-Barren wird hergestellt und dann mit Gold beschichtet. Ohne Spezialausrüstung ist es fast unmöglich, den Unterschied zu erkennen.


Münzen oder Barren?

Barren sind die größtmögliche Menge Gold oder Silber pro Dollar (Papiergeld). Die Herstellung von Münzen verursacht höhere Kosten als die von Barren, daher sind diese auch teurer als dasselbe Gewicht in Barrenform.

Der große Vorteil von Münzen ist, dass man sie unter die “Schrott”münzen mischen kann und damit unerkannt durch Sicherheitskontrollen wie z.B. an Flughäfen spazieren kann. Ich habe dies schon häufig und in verschiedenen Ländern ausprobiert. Bei Barren funktioniert das leider nicht. Ich wurde im letzten Jahr in Europa zweimal aufgehalten, weil ich zwei Unzenbarren in meiner Geldbörse hatte, welche im Scanner erkannt wurden.

Ich zeigte sie der Sicherheitsbeamtin, die mich fragte, was das sei. Ich sagte ihr, dass sie aus Gold wären und sie winkte mich durch. Das ist nicht immer der Fall. Manche Länder erlauben den Transport von Gold über Landesgrenzen hinweg, manche nicht. Seien Sie darauf gefasst, dass die meisten Länder das in Zukunft nicht erlauben werden.

Wenn Sie planen, Ihr Gold zu transportieren, dann sollten Sie Münzen kaufen. Wenn Sie planen, Ihr Gold/Silber im Hof zu vergraben, kaufen Sie Barren. Ich würde eine Mischung vorschlagen, aber wenn Sie die jeweiligen Vorteile verstehen, ist es eine persönliche Entscheidung basierend auf Ihren persönlichen Umständen. Goldmünzen haben oft, immer nicht immer, einen Teil Kupfer, um die Härte zu erhöhen. Ein 1-Unzen Krügerrand hat genau eine Unze Gold, wiegt aber etwas mehr aufgrund des Kupferanteils (1,0909 Unzen). Ein Kanadischer Maple hingegen ist aus purem Gold und wiegt daher 1 Unze. Beide Münzen sind gleich viel wert und kaufen den gleichen Betrag des gesetzlichen Zahlungsmittels.

Ich besitze einige American Buffalo Silbermünzen wegen ihrer Schönheit, kaufe ansonsten aber nur Silberbarren. Die Herstellungskosten für Silbermünzen sind gemessen am Materialwert von ca. $16 pro Unze sehr hoch.


Numismatische Münzen

Diese sind wesentlich teurer als ihr jeweiliger Gold- oder Silberwert, weil sie Sammlerobjekte sind. Weil sie nicht mehr produziert werden, ist ihr Angebot begrenzt. Damit repräsentieren sie die geringste Menge Edelmetall für den größten Betrag Papiergeldes. Wenn Sie Gold als Investment kaufen, können diese Münzen einen hohen Preisanstieg bringen. Wenn Sie Gold wegen seiner monetären Eigenschaften kaufen, sind Sammlermünzen nicht geeignet.

Wenn Sie numismatische Münzen kaufen, brauchen Sie nicht nur Kenntnisse über Gold, sondern auch über Sammlermünzen (Seltenheit, Zustand, etc.) Dieses ist ein Spezialgebiet, auf dem ich mangels Erfahrung nicht helfen kann.


Kaufen Sie Markenprodukte

Kaufen Sie Marken. Gold und Silber der bekannten Prägeanstalten sind nicht teurer als die von obskuren Herstellern in obskuren Ländern. Wenn Sie das Gold und Silber einmal ausgeben, sei es für Papiergeld oder Waren, wird der Empfänger diese Barren schnell und sicher identifizieren wollen. Wenn die Barren einen bekannten Prägestempel haben (ABC bullion, Perth Mint, etc.), sind sie leicht einzutauschen. Bei Münzen sind Krügerrands, Kanadische Maples und American Eagles viel leichter erkennbar als australische oder chinesische Münzen. Daher wird man sie später auch leichter eintauschen können.


Wo sollte man kaufen

Kaufen Sie bei einem angesehenen Händler. Schauen Sie in die Gelben Seiten und sehen Sie sich um. Reden Sie mit den Händlern, und finden Sie jemanden, der sich Zeit für Sie nimmt. Sagen Sie, dass Sie ein Anfänger sind und fragen Sie um Rat. Kaufen Sie nicht im Internet, denn dort gibt es viele Betrüger.

Nutzen Sie das Internet trotzdem zum Preisvergleich. Viele Händler haben eine Website mit Preisen. Diese variieren von Händler zu Händler. Oder erfragen Sie die Preise einfach telefonisch. Erwarten Sie nicht, dass Sie zu den Spotpreisen, die in der Presse veröffentlicht werden, kaufen können. Sie werden immer einen Aufschlag zahlen müssen. Der Aufschlag deckt Kosten für Transport, Lagerung, Sicherheit, Händlermarge, etc. Wie hoch dieser Aufschlag ist, hängt davon ab, wo Sie kaufen.

Regelmäßig mit Händlern zu reden, wird Ihnen Sicherheit geben. Nach einer Weile werden Sie Gold und Silber allein durch Berühren erkennen und die verschiedenen Münzen auf einen Blick zuordnen können. Jetzt sind Sie bereit zu kaufen.


Wann sollte man kaufen

Beim Gold- und Silberkauf gibt es zwei Phasen. Zuerst sammeln Sie Ihre Basisposition an. Das ist die Menge an Gold und Silber, die Sie mindestens besitzen wollen. In dieser Phase sollten Sie sofort nachkaufen, wenn Sie freie Papiergeldmittel haben. Denken Sie nicht über den Preis in Papiergeld nach, sondern bauen Sie Ihre Basis Schritt für Schritt aus. Manchmal wird der Preis etwas höher sein, manchmal etwas niedriger – bauen Sie einfach unbeirrt Ihre Position aus.

Die zweite Phase beginnt, wenn Sie Ihre Basis erreicht haben, aber trotzdem mehr kaufen wollen. Jetzt können sie wählerischer sein und versuchen, den Markt zu spielen. Kaufen Sie bei Tiefpreisen. Das ist nicht so einfach, wie es klingt. Ich persönlich revidiere laufend meine Vorstellung von der Höhe der Basisposition; sobald ich mein ursprüngliches Ziel erreicht habe, lege ich die Latte etwas höher und habe so während der letzten 10 Jahre kontinuierlich meine Position ausgebaut. Sie werden überrascht sein, wie schnell sich Ihr Vorrat vermehrt.

Ich persönlich rate dazu, Gold anzusammeln und nicht damit aufzuhören. Aber ich betrachte Gold auch nicht als Investment, ich betrachte es als Geld und daher messe ich meinen Wohlstand daran, wie viele Unzen Gold ich besitze. Mir erscheint die Vorstellung, Gold oder Silber zu verkaufen, etwas unsinnig … wie kann man Geld verkaufen?


In welchem Verhältnis sollten Ihre Gold- und Silbervorräte stehen?

Wenn monetäre Edelmetalle zirkulieren, ist Silber das am häufigsten benutzte Geld. Es wird für tägliche Transaktionen benutzt. Silber hörte in den USA erst in den 1960er Jahren auf zu zirkulieren. Gold ist für die großen Anschaffungen.

Da es ein viel höheres Wert-zu-Gewicht Verhältnis hat, ist Gold einfacher zu lagern und zu transportieren. $20.000 in Gold kann man sehr leicht unauffällig bei sich tragen. $20.000 in Silber wird Ihre Taschen ausbeulen und Sie am Boden festnageln.

Wenn Sie Gold und Silber als Investment betrachten, wird Silber in der Krise und nur in der Krise schneller im Wert steigen als Gold. In einer wirklichen Krise wird Gold für alle außer den Eliten zu teuer sein. Otto Normalverbraucher wird dem Silber hinterher jagen und jeden Preis dafür zahlen.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie genau das Verhältnis Gold zu Silber in seinem Falle optimal ist.


Wo sollte man Gold und Silber lagern

Lagern Sie immer, immer Ihre Edelmetalle selbst. Akzeptieren Sie nie ein Stück Papier als Besitzurkunde und überlassen Ihre Metalle so jemand anderem. Gartenarbeiten zu Mitternacht sind ein beliebtes Hobby unter Gold- und Silberbesitzern.

Obwohl monetäre Metalle vielleicht nicht wieder durch die Regierungen konfisziert werden (unter Roosevelt ist das 1933 passiert), bleibt dies meiner Meinung nach immer eine Gefahr. Daher sollte man sich vor dieser Eventualität schützen.

Sagen Sie niemandem, dass Sie Gold/Silber zuhause lagern. Das kann nur zu Problemen führen. Idealerweise sollte niemand wissen, dass Sie überhaupt Gold/Silber besitzen. Heute mögen Ihre Erzählungen über Gold/Silber nur mildes Interesse hervorrufen, oder eher noch ein Gähnen. Wenn Gold und Silber einmal auf den Titelseiten der Zeitungen auftauchen, wird diese Unterhaltung erinnert werden und Sie werden Ihre Unvorsichtigkeit bereuen. Wenn Sie Ihr Gold/Silber vergraben, tun Sie dies an zwei Stellen. Eine mit einer kleinen Menge, die andere mit dem großen Teil. So können Sie unter Zwang etwas herausgeben und sind trotzdem nicht ruiniert. Weiters sollten Sie Eisen an verschiedenen Stellen vergraben, das verwirrt die Diebe mit Metalldetektoren.


Warum sollten Sie Gold und Silber besitzen?

Weil Gold und Silber echtes Geld mit einer 4.500jährigen Geschichte als Zahlungsmittel sind. Zentralbanken halten immer einen großen Teil ihrer Reserven in Gold. Sie sollten das auch tun.

Bislang ist das aktuelle Papiergeldsystem nicht kollabiert. Das wird es aber mit Sicherheit, die einzige Frage ist: wann. Jedes einzelne Papiergeldsystem in der Geschichte, wann und wo auch immer, ist gescheitert und hat seinen Wert in Gänze verloren. Gold und Silber werden Ihren Wohlstand vom „hier“ zu wo auch immer das „dort“ sein wird, retten. Wenn Sie glauben, dass unser derzeitiges Geldsystem auf tönernen Füßen steht, ist Gold/Silber die richtige Versicherung für Sie.

Sie rechnen nicht damit, dass Ihr Haus niederbrennt, trotzdem versichern Sie sich gegen diesen Fall. Gold und Silber sollte man als Versicherung für seinen Wohlstand betrachten. Es ist sogar besser als eine Versicherung. Wenn Ihr Haus nicht niederbrennt, bekommen Sie die gezahlten Versicherungsprämien nicht zurück. Wenn das Geldpapiersystem nicht zusammenbricht, können Sie Ihre Gold/Silber-Versicherung in jeder Münze zurückzahlen. Gold und Silber werden vom Investor korrekterweise als Lotterielos mit Geld-Zurück-Garantie angesehen. Worauf warten Sie?


Philip Barton

Warum die Eile?

Wir alle wissen, dass die Preise steigen. Viele von uns wissen auch, dass das nicht immer so war. Preise waren vor der Gründung der Federal Reserve im Jahre 1913 wesentlich stabiler – zu einer Zeit, als Amerika den Goldstandard hatte. Aber ist dies ein Grund zur Eile? Wenn der Dollar Jahr für Jahr 2% oder 6% seines Wertes verliert, ist das nur eine neue Steuer. Das sollte irgendwann einmal repariert werden, zusammen mit all den anderen schlechten Steuern.

Viele Ökonomen sagen, dass, da seit 2008 die Geldmenge so massiv angestiegen ist, die Preise sicher auch bald folgen werden. Aber mit so vielen Menschen ohne Arbeit steigt die Nachfrage nicht und in teilweise sinkt so sogar. Werden die Preise wirklich bald beginnen, pro Monat 5% oder 20% anzusteigen? Zunehmend wird klar, dass dieses Szenario nicht kommen wird.

Es gibt einen anderen Grund, warum wir rasch zum Goldstandard wechseln müssen: Schulden.

Seit 1971, als Präsident Nixon den Goldverpflichtungen nicht mehr nachgekommen ist (Default) und damit das letzte Band des Dollars zum Gold zerschnitt, ist der Dollar nicht mehr gegen Gold eintauschbar. Die meisten Menschen sagen, der Dollar ist eine “Fiat”-Währung. “Fiat” bedeutet Zwang, und es ist tatsächlich wahr, dass der Dollar nur verwendet wird, weil wir dazu gezwungen werden.

Genauer heißt der Dollar Federal Reserve Note (dies steht auch auf jedem Schein). Note und Schein sind Worte für Kredit. Vor der Federal Reserve konnte jeder Papiernoten gegen Gold oder Silber eintauschen. Heute gibt es dafür keine Möglichkeit mehr. Das bedeutet, dass es keinen Weg gibt, Schulden endgültig auszulöschen.

Zum Beispiel, wenn Sie jemandem $100 schulden, können Sie ihm fünf $20-Scheine geben. Damit sind Sie Ihre Schulden los, aber nun schuldet die Fed Ihrem ehemaligen Gläubiger. Er könnte die Scheine bei der Bank deponieren. Dann schuldet die Bank ihm und die Fed schuldet der Bank. Die Bank könnte Staatsanleihen kaufen. Damit würde der Staat der Bank schulden und so weiter.

Der Haken ist, dass die Schulden nicht zurückgezahlt werden können, und die Zinsen ebenso wenig. Jedes Jahr müssen neue Schulden aufgenommen werden, um die Zinsen zu bedienen, und noch mehr, wenn die Fed Wachstum möchte. In der Tat, seit 1971 haben sich die Schulden ca. alle acht Jahre verdoppelt. In letzter Zeit hat sich dieser Verdoppelungszeitraum sogar noch verkürzt.

Die Preise könnten theoretisch immer steigen. Das ist an sich nicht destabilisierend. Die Preise sind in den letzten 100 Jahren gestiegen und sie könnten auch die nächsten 100 Jahre weiter steigen. Aber Schulden haben ein Limit. Das System kollabiert, wenn der Schuldner eine Zahlung versäumt.

Das gesamte Dollar-Geldsystem basiert darauf, Staatsschulden so zu behandeln, als seien sie Gold. Das sind sie aber nicht. Gold sind nicht die Schulden eines Dritten und Gold kann nicht ausfallen.

Die US-Regierung sitzt in einer Hinsicht im selben Boot wie die griechische. Sie kann ihre Ausgaben inklusive Zinszahlungen auf ihre Schulden nicht finanzieren, ohne zusätzliche Schulden aufzunehmen. Das ist wie der Kreditkartenkunde, der eine alte Rechnung zahlt, indem er eine neue Kreditkarte einsetzt. In einem Punkt steht die US-Regierung allerdings besser da als die griechische: die ganze Welt ist erpicht darauf, amerikanische Staatsanleihen zu kaufen – noch.

Man kann die Katastrophe gar nicht überschätzen, die eintritt, wenn die Anleihen kollabieren. Staatsanleihen sind die grundlegenden Aktiva jeder Bank, jeder Versicherung und jedes Pensionsfonds. Wenn diese Anlage wegbricht, können Banken und andere Finanzdienstleister ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Das ist ein Problem, weil das, was die Menschen als “Geld auf der Bank” betrachten, in Wirklichkeit eine Verbindlichkeit der Bank ist.

Wenn wir den Kurs nicht ändern, werden wir eines Morgens aufwachen und sehen, dass unsere Bankkonten leergefegt sind. Dasselbe wird gleichzeitig mit unseren Renten und Versicherungen passieren. Wir werden keine Jobs haben, weil unsere Arbeitgeber ihre Gehaltskonten bei der Bank hatten. Auch wenn wir noch Geldscheine in der Tasche haben, werden die Lebensmittel nicht lange reichen, weil die Lebensmittelproduktion und der Transport vom Bankensystem abhängen.

Es ist schwer, sich das Chaos vorzustellen, wenn Imperien (wie früher das Römische Reich) zusammenbrechen. Manche Menschen bereiten sich jetzt schon für diesen Fall vor. Wir kämpfen dafür, diesen Zusammenbruch zu verhindern und den Übergang zum Goldstandard vorzubereiten. Jeder, der die Zivilisation liebt, sollte sich zu uns gesellen. Lasst uns nicht warten, bis es zu spät ist.

Wechsel versus Real Bills

Wechsel (Commercial Paper) oder Schuldscheine (Unsecured Promissory Notes) werden derzeit genutzt, um die laufenden Kosten eines Unternehmens zu decken. Sie haben mit Real Bills gemeinsam, dass beides kurzfristige Papiere sind; davon abgesehen gibt es keinerlei Gemeinsamkeiten.

Grundsätzlich stehen Wechsel großen Unternehmen mit guter Bonität offen, da sie unbesicherte Verbindlichkeiten des Unternehmens sind. Im Gegensatz dazu sind Real Bills auf Konsumguter gezogen, die auf ihrem Weg zum Konsumenten sind. Die Waren, auf die die Bills gezogen sind, werden verkauft und die Goldmünzen (Geld), welche der Händler vom Kunden erhält, bezahlen die Bill, wenn sie fällig wird.

So werden die Schulden, welche durch die Bills repräsentiert sind, durch der Kunden Goldmünzen ausgelöscht. Wechsel hingegen müssen vom Emittenten zurückgezahlt werden; ein Emittent mit einer mittelmäßigen Bonität wird relative hohe Zinsen zahlen müssen. Tatsächlich kann der Markt es auch ablehnen, einem fragwürdigen Unternehmen Kredit zu gewähren, egal zu welchem Zinssatz.

Wegen diesen höheren Risikos sind Wechsel auch teurer als besicherte Darlehen. Im Gegensatz dazu sind Bills diskontiert und die niedrigste Diskontrate ist immer geringer als der geringste Zinssatz, weil Bills das Papier mit dem niedrigst möglichen Risiko sind.

Bills sind nicht abhängig von der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens, weil sie von keinem Unternehmen emittiert werden, sondern gegen die Waren, welche an Ladengeschäfte geliefert werden, gezogen sind – genauso wie eine Warenrechnung vom Händler bei Lieferung der bestellten Ware akzeptiert wird.

Nehmen wir zum Beispiel an, ein Lastwagen fährt bei der örtlichen Tankstelle vor, um 30.000 Liter Kraftstoff zu liefern. In Kanada kostet diese Menge Kraftstoff $25,000.

Glauben Sie, der Tankstellenpächter gibt dem Lastwagenfahrer $25,000 in bar, um für die Lieferung zu bezahlen? Wohl kaum! Oder schreibt er einen Scheck über $25,000? Unwahrscheinlich, oder? Tatsächlich unterzeichnet der Tankstellenpächter eine Rechnung: 30.000 Liter Kraftstoff wurden erworben zu einem Preis von $25,000. Diese Rechnung ist die Keimzelle der Real Bill.

Sie repräsentiert einen Wert in Höhe von $25,000; und das Bargeld, welches die Rechnung am Ende begleichen wird, wird von der Tankstelle peu-à-peu eingenommen, während die 30.000 Liter Kraftstoff über die nächsten paar Wochen verkauft werden. Wie lange dieser Verkauf dauert, hängt von der Frequenz an dieser speziellen Tankstelle ab und wird durch das Fälligkeitsdatum der Rechnung abgebildet.

Die nächste Frage ist nun: was tut der Großhändler mit der Rechnung? Behält er sie bis zum Fälligkeitsdatum, nutzt er sie (gemeinsam mit anderen Forderungen) als Sicherheit für einen Kredit, für den er der Bank teuer bezahlen müsste? Oder schickt er die Rechnung vielleicht an die Raffinerie, um für den Kraftstoff, den er gekauft hat, zu bezahlen – natürlich mit Abschlag! Die Raffinerie wird zufrieden sein, diese Rechnung zu bekommen, denn sie ist so gut wie Bargeld, und zwar wiederum zum Discount, d.h. die Raffinerie zahlt weniger für die Rechnung als den Nennwert. Die Raffinerie kann die Rechnung natürlich einsetzen, um Rohöl einzukaufen, und so weiter.

Die Kraftstoffrechnung ist ein Beispiel für vertikale Zirkulation; die Rechnung dient dazu, Werte zu transferieren bzw. Transaktionen innerhalb eines Sektors zu saldieren. Innerhalb eines Papiergeldsystems können Real Bills zwar vertikal zirkulieren, aber nicht horizontal über Sektorgrenzen hinweg.

Real Bills haben die bestmögliche Qualität aller verfügbaren Zahlungsinstrumente. Sie sind verzinste Papiere, welche in spätestens 91 Tagen in Gold auszahlbar sind. Niemand bei klarem Verstand würde jemals Real Bill gegen schnell abwertende zweifelhafte Instrumente wie eine Banknote eintauschen!

Ein weiterer signifikanter Unterschied zwischen Bills und Wechseln wird deutlich, wenn wir den Kontext betrachten. Real Bills spiegeln den Wert von Waren wider, welche tatsächlich am Markt verkauft wurden – sie sind eindeutig konsumgetrieben. Tatsächlich ist die Geschwindigkeit der Geldzirkulation gleich der Schaffung von Real Bills.

Je mehr Konsum (hohe Geschwindigkeit), desto mehr Real Bills werden gezogen; nimmt die Geschwindigkeit der Geldzirkulation – oder die Konsumfreudigkeit – ab, werden weniger neue Bills gezogen. Die bestehenden Bills werden fällig und abbezahlt und der Gesamtwert der zirkulierenden Bills nimmt ab. Real Bills werden nie rolliert, sondern müssen bei Fälligkeit in Gold beglichen werden.

Real Bills haben Geldqualität, sie werden als Zahlungsmittel genutzt. In Gegensatz zu frei druckbarem Papiergeld sind sie aber nicht inflationär. Real Bills löschen sich selbst aus. In einem Real Bills System wären enorme Ungleichgewichte wie z.B. zwischen China und den USA unmöglich.

Ein weiterer Vorteil von Bills ist, dass die physischen Grenzen der Wirtschaft die Anzahl der Bills limitieren. Gibt es keine zusätzlichen Kapazitäten, um Rohöl zu verarbeiten, können logischerweise keine neuen Kraftstoff-Bills gezogen werden und kein zusätzlicher Kraftstoff kann an die Händler ausgeliefert werden. Diese Hemmnisse gibt es für Wechsel oder Fiat Währungen nicht.

Vergleiche Real Bills, die nicht inflationär und konsum-getrieben sind sowie rasch und automatisch auf Nachfrage und physische Zwänge reagieren, mit Wechseln. Die Kontrolle über Wechsel liegt in den Händen von großen Unternehmen, Banken und Politikern. Zinsen und Geldmenge werden von den Mächtigen festgelegt und nicht von der Marktnachfrage. Das macht diesen Markt anfällig für Manipulationen durch Gier und Korruption; er folgt nicht den Interessen der Realwirtschaft. Vereinfacht kann man sagen: ‘Wall Street versus Main Street’.

Im Gegenteil dazu sind Real Bills und Goldmünzen wahrhaft demokratisch. Die Macht liegt in den Händen des Verbrauchers, der Goldmünzen wie einen täglich einlösbaren Wahlzettel einsetzt. Der Diskontsatz wird durch den Konsum bestimmt, genau wie die Zinsen durch die Sparrate bestimmt werden. Man braucht keine Zentralbank; in der Tat zirkulieren Real Bills perfekt ohne jegliches Bankensystem. Der österreichische Ökonom Hans Sennholz sagte so treffend:

“Gesundes Geld und kostenloses Banking sind nicht unmöglich, sie sind lediglich illegal. Deshalb muss das Geld dereguliert werden. Der Goldstandard wird wieder eingeführt werden, sobald den Menschen klar wird, dass Ehrlichkeit die beste Politik ist.

So wie die Hoffnung auf unrechtmäßige Gewinne der Beginn des Fiat Geldsystems ist, ist Ehrlichkeit die Mutter des Goldstandards. Der Goldstandard ist so alt wie die Zivilisation. Durch die Jahrhunderte  hindurch ist der Goldstandard immer wieder aufgekommen, weil der Mensch ein verlässliches Zahlungsmittel braucht.”

Zweifellos werden wir bald Zeuge eines neuen Goldstandards, da das derzeitige Regime von ungedecktem Papiergeld zusammenbrechen wird. Es ist wichtig, das wir sicherstellen, dass Real Bills wieder zirkulieren können. Sonst wäre der neue Goldstandard dem Untergang geweiht, genau wie die Rückkehr Großbritanniens zum Gold nach dem 1. Weltkrieg dem Untergang geweiht war.

Rudy J. Fritsch

Was sind Real Bills?

Es gibt viele Diskussionen über Real Bills, über ihre Zirkulation, ihre monetären Auswirkungen … aber niemand scheint darüber zu sprechen, was genau sie eigentlich sind.

Heutzutage ist eine Real Bill eine Rechnung, gezeichnet gegen ein dringend benötigtes Konsumgut.

Ein Lastwagen fährt bei der örtlichen Tankstelle vor, um 30.000 Liter Kraftstoff zu liefern. In Kanada kostet diese Menge Kraftstoff $25,000.

Glauben Sie, der Tankstellenpächter gibt dem Lastwagenfahrer $25,000 in bar, um für die Lieferung zu bezahlen? Wohl kaum! Oder schreibt er einen Scheck über $25,000? Unwahrscheinlich, oder? Tatsächlich unterzeichnet der Tankstellenpächter eine Rechnung: 30.000 Liter Kraftstoff wurden erworben zu einem Preis von $25,000. Diese Rechnung ist die Keimzelle der Real Bill.

Sie repräsentiert einen Wert in Höhe von $25,000; und das Bargeld, welches die Rechnung am Ende begleichen wird, wird von der Tankstelle peu-à-peu eingenommen, während die 30.000 Liter Kraftstoff über die nächsten paar Wochen verkauft werden. Wie lange dieser Verkauf dauert, hängt von der Frequenz an dieser speziellen Tankstelle ab und wird durch das Fälligkeitsdatum der Rechnung abgebildet.

Die Tankstelle ist der Abnehmer oder Unterzeichner der Rechnung und verpflichtet sich, diese bei Fälligkeit zu zahlen. In der Zwischenzeit gewährt der Großhändler, der den Kraftstoff geliefert hat, der Tankstelle einen Kredit. Man beachte, dies involviert kein Ausborgen. Es wurden keine Sicherheiten gestellt (schließlich wird der Kraftstoff selbst verkauft sein, bevor die Rechnung fällig ist) und es wurde kein Zins eingenommen. Kredit wurde gewährt – auf einer in der Vergangenheit aufgebauten Vertrauensbasis und dem sicheren Glauben, dass der Kraftstoff auf jeden Fall verkauft wird und somit das Bargeld zur Begleichung der Rechnung generieren wird.

Das wesentliche hier ist, dass die Transaktion auf beiden Seiten freiwillig ist: die Tankstelle braucht den Kraftstoff und kann eine derartige Menge nicht vorab in bar bezahlen. Wenn Barzahlung gefordert wäre, würde die Bestellung nicht 30.000 Liter, sondern vielleicht 3.000 Liter umfassen und die Transportkosten wären somit viel höher. Der Großhändler weiß das auch und ist bereit, die nötigen Zahlungskonditionen zu gewähren, um regelmäßige Bestellungen in großem Umfang zu ermöglichen. Würde die Tankstelle alternativ die $25,000 bei der Bank borgen, wären die Kosten viel höher, da die Bank Zinszahlungen und Sicherheiten – und zwar NICHT den gelieferten Kraftstoff – verlangen würde.

Die nächste Frage ist nun: was tut der Großhändler mit der Rechnung? Behält er sie bis zum Fälligkeitsdatum, nutzt er sie (gemeinsam mit anderen Forderungen) als Sicherheit für einen Kredit, für den er der Bank teuer bezahlen müsste? Oder schickt er die Rechnung vielleicht an die Raffinerie, um für den Kraftstoff, den er gekauft hat, zu bezahlen – natürlich mit Abschlag! Die Raffinerie wird zufrieden sein, diese Rechnung zu bekommen, denn sie ist so gut wie Bargeld, und zwar wiederum zum Discount, d.h. die Raffinerie zahlt weniger für die Rechnung als den Nennwert. Die Raffinerie kann die Rechnung natürlich einsetzen, um Rohöl einzukaufen, und so weiter.

Wo auch immer die Rechnung bei Fälligkeit gelandet ist, wird sie auch beglichen. In unserem Beispiel, wenn der Großhändler die Rechnung nimmt, um die Raffinerie zu bezahlen, erhält bei Fälligkeit der neue Besitzer der Rechnung, die Raffinerie, den Nennwert von der Tankstelle. Wenn der Rohöllieferant die Rechnung hält, bekommt er die Zahlung, und so weiter. Der große Vorteil ist, dass eine Zahlung der Tankstelle daran teilnimmt, viele Zahlungsverpflichtungen zu begleichen: anstelle der Tankstelle, dem Großhändler und der Raffinerie, die sonst jeweils bar zahlen müssten.

Natürlich ist der Nennwert der Rechnung nicht ident mit dem Betrag, der zwischen Großhändler und Raffinerie fällig ist, oder dem zwischen Raffinerie und Rohöllieferant. Theoretisch werden die Aufschläge eines jeden Gliedes in der Lieferkette in Cash ausgeglichen. In der Praxis verkauft der Großhändler Kraftstoff an viele Tankstellen und hat daher jederzeit viele Rechnungen offen. Es ist sehr einfach, einige davon zurückzuhalten, um die Aufschläge auszugleichen und den Rest weiterzuverkaufen, um die viel größere Rechnung bei der Raffinerie zu zahlen.

Im Endeffekt hat eine Rechnung eine zeitlich begrenzte monetäre Rolle. Sie ersetzt Bargeld und dient so als Tauschmittel, aber nur, wenn sie gegen ein echtes Konsumgut gezogen ist. Bei Fälligkeit wird die Rechnung bezahlt und verschwindet so – das Gegenteil von gedrucktem Geld. Mit den Schwankungen der Konsumnachfrage schwankt auch die Versorgung mit Rechnungen. Die monetäre Wirkung der Real Bills wird vom Konsum diktiert, nicht von den Entscheidungen gieriger Banker oder korrupter Politiker!

Die Bewegung der Kraftstoffrechnung ist vertikal; diese Art der Zirkulation ist typisch für den Energiesektor. Das wurde zuerst berichtet von Bill Koures und weiters untersucht von Professor Fekete. Diese Ökonomie ist zu verlockend, als dass die Wirtschaft sie nicht nutzen könnte. Was derzeit noch nicht passiert, ist horizontale Zirkulation, d.h. Kraftstoffrechnungen werden (noch) nicht genutzt, um Unternehmen außerhalb der Ölindustrie zu bezahlen und es gibt noch keine Diskonthändler (Market Maker), die diese Real Bills auch anderen Unternehmen zugänglich machen. Je mehr Bills zirkulieren, desto einfacher ist es für Unternehmen, solche zu finden, die ihre Bedürfnisse hinsichtlich Wert und Fälligkeit abdecken.

In dem Augenblick, in dem die Zirkulation vertikal wird, werden sich Vorteile für die Gesellschaft als Ganzes ergeben. Händler werden von der niedrigen Diskontrate profitieren und so saisonale Nachfrageschwankungen ausgleichen können, indem sie Bills von/an Diskonthändler kaufen/verkaufen. Das wird sich in höherer Effizienz und letztlich niedrigeren Konsumentenpreisen niederschlagen.

Jetzt ist verständlich, warum die Ware, gegen die die Bills gezogen sind, schnell und sicher verkaufbar sein muss, denn so wird die Bill bezahlt! Wenn die Bill gegen „Ladenhüter“ gezogen ist, muss der Händler einen anderen Weg finden, seine Rechnung bei  Fälligkeit zu zahlen … und alle Alterativen sind teurer, denn die Bill verursacht die geringstmöglichen Kosten.

Das ist eine sehr einfache Betrachtung der Real Bills; für weitergehende Information lesen Sie bitte Professor Fekete’s Monetary Economics 101 und Adam Smith’s Real Bills Doctrine.

Rudy J. Fritsch

Die Definition des Geldes

“Geld und Schulden sind Gegensätze wie Feuer und Wasser; Geld löscht Schulden so wie Wasser Feuer löscht.” Charles Holt Carroll

Die zentrale Frage zum Verständnis unseres Finanzwesens ist: was ist die Definition von Geld? Nicht die Eigenschaften oder der Zweck von Geld, sondern die Definition. Wenn wir versuchen, ein mathematisches Problem zu lösen und unsere Definition nicht eindeutig ist, werden unsere Bemühungen scheitern. Wenn wir versuchen, ein finanzielles oder monetäres Problem zu lösen, benötigen wir auch eine eindeutige Definition.

Geld: ”welches alle Schulden auslöscht”

Um dies zu verstehen, müssen wir uns jedes einzelne Wort genau anschauen. Schulden bestehen, wenn eine Person einer anderen Person einen Gegenstand von Wert schuldet. Schulden können auf verschiedene Weise entstehen, aber das Resultat ist immer dasselbe: der Schuldner schuldet dem Gläubiger etwas.

Zum Beispiel, wenn Sie Sich ein Pfund Zucker von Ihrem Nachbarn ausleihen, haben Sie nun bei ihm Schulden. Wenn Sie diesen Zucker zurückgeben, sind die Schulden ausgelöscht. Die Definition sagt aus, dass Geld alle Schulden auslöscht, während ein Pfund Zucker andersartige Schulden natürlich nicht auslöschen kann.

Wenn Sie in Ihrem Job in Zucker anstatt Geld bezahlt werden, wird Sie das nicht wirklich froh stimmen. Sie müssten Hunderte Pfund Zucker vom Zahlungsort tragen und dann versuchen, diese gegen andere Dinge, die Sie brauchen, einzutauschen. Sie erwarten, Ihr Gehalt direkt in Form von Geld zu erhalten, welches Sie dann nach Gutdünken nutzen können. Zucker kann nicht alle Schulden löschen. Zucker ist kein Geld.

Wenn Sie in Ihrem Job arbeiten, bauen Sie einen Kredit gegenüber Ihrem Arbeitgeber auf; d.h. der Arbeitgeber hat Ihnen gegenüber Schulden, welche täglich anwachsen. Am Zahltag gibt Ihnen der Arbeitgeber Geld und löscht damit die angefallenen Schulden; wenn der Arbeitgeber Ihnen stattdessen einen Scheck gibt, sind die Schulden nicht ausgelöscht, sondern auf die Bank übertragen, auf welche der Scheck gezogen ist.

Wenn Sie daraufhin den Scheck einlösen, sind die Schulden erloschen. Ansonsten bleibt die Bank Ihr Schuldner; das heißt, sie schuldet Ihnen das Geld, das Ihnen Ihr Arbeitgeber in Form eines Schecks gegeben hat. Ihr Arbeitgeber schuldet Ihnen nichts mehr, die Schulden sind auf die Bank übertragen worden: die Bank schuldet Ihnen Geld. Ein anderes Beispiel sind Einkäufe; wenn Sie ein Produkt im Geschäft kaufen, entstehen Schulden; zahlen Sie in bar, sind diese Schulden unmittelbar ausgelöscht. Zahlen Sie mit Kreditkarte, werden die Schulden auf die Kreditkartenfirma übertragen. Statt dem Geschäft schulden Sie nun der Kreditkartenfirma. Die Schulden wurden transferiert, aber nicht ausgelöscht. Kredit löscht keine Schulden. Kredit ist kein Geld.

Jetzt probieren wir ‘gesetzliches Zahlungsmittel’ mit dieser Definition aus. Erfüllt die derzeitige Auswahl an Papiergeld die Definition von Geld? Löscht Papiergeld alle Formen von Schulden? Der Teil ‘alle’ ist eindeutig; wenn wir Schulden in Dollar haben und diese in ungarischen Forint löschen wollen, wird das nicht funktionieren. Bevor wir die Dollarschulden begleichen können, müssen wir ungarische Forint gegen Dollar verkaufen, um dann mit diesen die Schulden zu begleichen. Das ist wie Gehalt in Zucker ausgezahlt; zuerst muss man den Zucker für Geld verkaufen, um dieses dann wie gewünscht verwenden zu können.

Also mangelt es Papiergeld an der allgemeinen Verwendbarkeit, der Fähigkeit, alle Schulden auslöschen zu können. Jetzt schauen wir, ob Papiergeld den zweiten, weit wichtigeren Teil der Definition erfüllt: löscht Geld Schulden oder transferiert es sie nur?

Um dies festzustellen, müssen wir uns die Geschichte des Papiergeldes, auch Banknoten genannt, anschauen. Der Name ‘Note’ gibt einen Hinweis, denn es ist ein anderes Wort für Schuldschein; es ist nichts anderes als ein Schuldschein, ein Zahlungsversprechen.

Auf dem Original-Dollarschein stand “This note entitles bearer to a fixed quantity (weight) of gold (or silver), the exact amount depending on the face value of the note.” [Dieser Schein berechtigt den Inhaber zur Zahlung einer festgelegten Menge/Gewicht an Gold (oder Silber), der genaue Betrag hängt vom Nennwert des Scheins ab]. In anderen Worten, die ‚Note’ war eintauschbar in Gold oder Silber; sie musste nicht für Geld verkauft werden. Im Gegensatz zu einer Anleihe oder einem Schuldschein konnte man den Schein jederzeit gegen Gold oder Silber zurückgeben. Das Wort ‘einlösbar’ impliziert eine Garantie von Menge und Pünktlichkeit; der Verkauf richtet sich jedoch nach Verfügbarkeit und Marktpreis.

Man beachte diese unglaubliche, nur scheinbar unschuldige, Verwandlung: wenn Banknoten anstatt Goldmünzen verwendet werden, um Schulden zu zahlen, werden die Schulden nicht ausgelöscht, sondern lediglich vom Zahler zum Empfänger transferiert. Goldmünzen löschen Schulden, während Schuldscheine (in Form von Banknoten) Schulden transferieren. Das ist, wie wenn wir unsere Zuckerschulden nicht mit einem Pfund Zucker, sondern mit einem Schuldschein, d.h. mit einem Versprechen, die Schulden auf Aufforderung zu zahlen, begleichen würden.

Das ist die Basis von Papiergeld: ein Versprechen, dem Schuldscheininhaber echtes Geld zu zahlen. Das schien in Ordnung zu sein, solange die Emissionsbank genügend Cash im Ausmaß aller emittierten Banknoten, d.h. physisches Gold oder Silber in ihren Tresoren hatte, oder Real Bills, welche innerhalb von maximal 91 Tagen in Gold oder Silber eintauschbar sind. Das ist im Endeffekt eine zu 100% goldgedeckte Währung. Die transferierten Schulden können jederzeit ausgelöscht werden, indem man einen Schuldschein (Dollarnote) zur Bank trägt und gegen Gold oder Silber einlöst. Als ob man dem Nachbarn sagen würde, ich habe Zucker vorrätig, Sie können ihn jederzeit abholen.  Besser sogar, kann man diesen Schuldschein jemand anderem geben, (die Schulden transferieren) und der neue Eigentümer des Schuldscheins kann den Zucker einlösen.

Es kann keinen “Bank Run” geben, weil immer genug Gold zur Hand ist, alle möglichen Ansprüche zu bedienen; d.h. sogar, wenn jede jemals emittierte Banknote auf einmal eingefordert würde, könnte die Bank liefern, indem sie Gold aus ihren Tresoren hergibt. Die Bankbücher wären jederzeit ausgeglichen; Aktiva umfassen Gold- und Silbermünzen bzw. Barren und Real Bills. Wenn Ihr Nachbar den Zucker will, geben Sie es ihm einfach – oder demjenigen, der den Schuldschein vorweist.

Sie wissen sicher schon, was als nächstes kommt: die Bank emittiert (genauer gesagt, verleiht gegen Zinszahlung) mehr Banknoten (Schuldscheine), als bei Bedarf eingelöst werden können. Das nennt sich Mindesterservesystem (Fractional Reserve). Wenn diese Idee ins Spiel kommt, ändern sich die Dinge noch einmal. Sie haben einen Schuldschein über sechs Pfund Zucker geschrieben, während Sie nur zwei Pfund hatten. Wenn alle Schuldscheinbesitzer auftauchen, haben Sie ein Problem, genauer: Sie sind des Betrugs schuldig. Versprechen machen, die man nicht einlösen kann, ist per Definition Betrug. Der Betrug fliegt auf, wenn mehr Zucker verlangt wird als Sie haben. Wenn nicht, kann man sich Durchwurschteln – für eine gewisse Zeit.

Denken Sie daran, diese teilweise gedeckten Banknoten bleiben einlösbar. Sonst hätten die Menschen sie nicht als Geldäquivalent akzeptiert. Das führt zu dem Problem: was, wenn der Bedarf an Gold das Angebot übersteigt? Das nennt sich “Bank Run”. Man kann auch sagen, der Betrug fliegt auf.

Das bedeutet nicht, dass die Bankbücher nicht mehr ausgeglichen sind. Es bedeutet vielmehr, dass die Aktivseite nicht mehr nur Gold und Real Bills umfasst, sondern auch Staatsanleihen enthält, welche Schuldscheine sind. Wenn die Menschen Gold verlangen, müssen alle Schuldscheine verkauft werden. Kommen zu viele Schuldscheine gleichzeitig auf den Markt, bricht der Preis ein. So ergibt sich ein Liquiditätsproblem, zusätzlich zur Frage der Qualität der Aktiva.

Was die Liquidität angeht, liegt die Lösung in der Schaffung einer Zentralbank, einem Geldverleiher letzter Instanz (Lender of last resort). Eine Bank, die in Schwierigkeiten gerät, bekommt von der Zentralbank genügend Geld, um den Run aufzuhalten. Aber was passiert, wenn die Zentralbank nicht genügend Geld hat, um die bedrohten Banken zu retten? Wer löst dann die Zentralbank aus? Ja natürlich, der Steuerzahler!

Niemand kann die Qualität der Aktivseite anzweifeln, wenn diese auf Gold und Real Bills beschränkt ist; beide sind 100% liquide und begehrte Assets. Staatsanleihen sind eine ganz andere Sache. Diese Anleihen hängen von der Kreditwürdigkeit des Emittenten ab. Anleihen haben per Definition einen negativen Wert, denn sie repräsentieren Schulden. Statt durch Gold sind die Noten durch Schuldscheine gedeckt, in diesem Falle Staatsanleihen.

Heutzutage stehen die Dinge sogar noch schlimmer. Die derzeitigen US-Dollarnoten sind gegen nichts eintauschbar, sie sind ein Versprechen, zu zahlen – aber was? Nichts als weitere Banknoten. Weiters hat die Zentralbank nur Anleihen oder Noten (mehr Schuldverschreibungen) auf ihrer Aktivseite, d.h. Schulden decken Schulden!

Die Wurzel der derzeitigen Finanzkrise liegt genau hier. Negative Werte (Schulden) füllen sowohl die Aktiv- als auch die Passivseite der Zentralbankbücher, es gibt dort nichts von positivem Wert. Nur die Glaubwürdigkeit der emittierenden Behörde gibt einen Anschein von Wert, aber dieser Schein schwindet rasch. Die Menge der Staatsanleihen und Banknoten wird – nicht wie beim Gold – lediglich durch die Disziplin der Politiker, die die Zentralbank und das Finanzministerium kontrollieren, begrenzt.

Rudy J. Fritsch

Was ist der Goldstandard?

Was ist der Goldstandard?

Sozialistische Experimente überall auf der Welt haben bewiesen, dass zentrale Planung nicht funktioniert. Regierungen können die Menschen in ihre Systeme zwingen, aber sie können ihre Versprechungen nicht einhalten. Das gilt sogar für einfache Waren wie Lebensmittel. Und trotzdem hat Amerika heute eine zentrale Planung für Geld und Kredit in Form der Federal Reserve.

Der Goldstandard ist ein freier Markt für Geld und Kredit. Er ist durch die Abwesenheit einer zentralen Planung und der begleitenden Zwänge gekennzeichnet. Er ist eine Rückkehr zur Respektierung der unantastbaren persönlichen Rechte, auf deren Grundlage dieses Land gegründet wurde, inklusive dem Recht auf Eigentum und Vertragsschließung.

Man kann argumentieren, dass Menschen Muscheln, Rohöl oder andere Rohstoffe als Geld wählen könnten. Im Goldstandard wäre jedem freigestellt, das zu probieren. Niemand sollte gezwungen werden, Gold herzugeben oder anzunehmen. Allerdings ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass die Menschen jedes Mal in der Geschichte, wenn sie die freie Wahl hatten, Gold als Geld gewählt haben. Über Tausende von Jahren wurde Gold gewählt – wegen seiner einzigartigen physischen und ökonomischen Eigenschaften. Sogar heute, wo Gold offiziell aus dem Geldsystem jeden Landes verbannt ist, behandeln die Menschen Gold wie Geld.

Im Goldstandard können die Menschen ihr Gold in der Bank deponieren, um Zinsen zu verdienen oder aus Bequemlichkeit. Sie könnten es stattdessen auch unter ihre Matratze legen. Händler und Kreditoren können Zahlung per Papiergeld oder Plastikkarten akzeptieren – oder auch nicht. Technologien und Märkte verändern sich ständig und entwickeln sich weiter. Die Menschen greifen Innovationen auf, um ihre Lebensqualität zu verbessern.

Die wichtigste Botschaft aber ist, dass der Goldstandard Freiheit bedeutet. Jeder Mensch sollte frei sein zu entscheiden, was er behält, was er ausgibt und ob er Schuldner oder Kreditor sein will.

Obwohl dies eine so einfache Idee ist, beherrschen Missverständnisse und Verzerrungen die öffentliche Debatte. Lasst den freien Markt seine Arbeit tun!