Schweizer Goldinitiative: Eine gute Idee mit unbeabsichtigten Auswirkungen von Keith Weiner

Eine sehr interessante Initiative kommt in Kürze in einer Volksbefragung in der Schweiz zur Abstimmung, welche die Schweizer Nationalbank (SNB) dazu verpflichten wird, 20 Prozent ihrer Reserven in Gold zu halten. Die Wähler werden am 30. November entscheiden. Ich will nicht den Ausgang der Befragung vorhersagen, aber die wahrscheinlichen Auswirkungen eines Ja zu der Initiative besprechen.

Viele Analysen zu der Initiative befassen sich mit dem Goldpreis. Eine typische Vorhersage ist, dass er steigen wird, weil die Käufe der SNB das Angebot übersteigen werden. Mike Shedlock stellt jedoch fest, dass „alles Gold das je gefördert wurde, nach wie vor verfügbar ist…“ Das ist so, weil Gold nicht verbraucht wird. Die SNB ist klein im Vergleich zu den weltweiten Goldvorräten, daher wird sie den Preis nicht stark bewegen. Shedlock fügt hinzu: „Es ist durchaus möglich, dass die Käufe der SNB die Wahrnehmung von Gold signifikant verändern könnten…“ Ich stimme zu, dass die Stimmung im Markt für eine Veränderung reif ist.

Der Preis ist jedoch nicht so sehr von Interesse, es sei denn wenn man ist ein Goldhändler. Es ist viel wichtiger, dass die Volksabstimmung die erste positive Veränderung der monetären Politik in Jahrzehnten betrifft. Sie stellt die Verbindung zwischen Gold und dem Bankwesen wieder her, und beschränkt die Geldentwertung. Schon allein deshalb sind die Schweizer Helden.

Es gibt einen wesentlichen Mangel in unserem System der frei schwankenden Wechselkurse. Alle Finanzaktiva sind jemand anderes Passiva. Wenn sich eine Währung bewegt, schafft das Gewinner und Verlierer. Große Bewegungen können Banken, die ein großes Portfolio im Ausland halten, Schaden zufügen.

Das ist warum die SNB derzeit dem Euro nicht gestattet unter das Niveau von 1,2 Schweizer Franken zu fallen. Um diese Währungsbindung aufrecht zu halten, verkauft die Zentralbank Franken und kauft Euro. Es gibt keine Begrenzung dieser absichtlichen Abwertung des Franken, was die Schweizer Sparer, Investoren und Unternehmen beraubt.

Große Exporteure wie Swatch und Nestle mögen für sich für einen schwächeren Franken eingesetzt haben, in der Hoffnung dass ihre Produkte dadurch wettbewerbsfähiger würden, das ist jedoch nur ein Nebenschauplatz. Der wahre Zweck der Abwertung des Franken ist die Schweizer Banken vor der Abwertung des Euro zu schützen. Diese sind verwundbar, weil sie sehr viele Kredite ins Ausland vergeben. Sie haben Aktiva die in Euro denominiert sind, und Passiva die in Franken denominiert sind. Sie erleiden Verluste wenn der Euro fällt, bzw. der Franken steigt.

Zwei Beispiele illustrieren das Problem. Sagen wir zum Ersten, dass Jens in Deutschland sich eine Million Euro von Credit Suisse borgt. Wenn nun der Euro fällt, zahlt Jens der Bank mit Euros zurück, die weniger und weniger wert sind. In den Franken-denominierten Büchern der Credit Suisse fällt der Wert dieses Kredits wie ein Stein. Jens ist glücklich, die Credit Suisse nicht.

Zum Zweiten, lasst uns Adriana in Italien betrachten, die sich ebenfalls Geld borgt, jedoch nicht in Euro. Sie bekommt eine Million Franken von der UBS. Wenn der Euro fällt, so nimmt Adriana das als einen steigenden Franken wahr. Ihre monatliche Zahlung steigt und steigt. UBS ist glücklich, zumindest vorerst, da Adriana’s Kredit in Franken denominiert ist. Allerdings gerät Adriana unter Druck. Wenn sie in Zahlungsverzug kommt, wird die UBS noch unglücklicher als die Credit Suisse sein.

In beiden Fällen wird das Kapital der Schweizer Banken in Mitleidenschaft gezogen. Sollte der Euro weit genug fallen, könnten die Banken sogar bankrott gehen. Nur sie wissen wo die Grenze ist, aber wahrscheinlich ist sie nicht allzu weit vom derzeitigen Mindestkurs des Frankens von 1,2 entfernt.

Einleger werden den Schmerz den die steigende Währung verursacht zu Anfang nicht spüren. Sie sind in einer glücklichen Lage, wenn sie Schweizer Franken halten, speziell wenn diese im Wert steigen. Sie sollten sich jedoch um die unbeabsichtigten Folgen eines Bruchs des Mindestkurses Sorgen machen. Ihre starken Franken werden ihnen im Fall einer Bankeninsolvenz nicht viel nützen.

Leider zwingt das Papiergeldsystem dem Schweizer Volk ein bitteres Dilemma auf. Die Leute haben die Wahl zwischen schleichender Entwertung, oder einem möglichen Totalverlust durch Insolvenz. Sie verdienen eine bessere Alternative, einen praktikablen Fahrplan zu einem Goldstandard.

Es ist großartig dass die Schweizer eine Bewegung zurück zum Gold anstreben. Ich bin ein leidenschaftlicher Befürworter des Goldstandards, und will meine Schweizer Freunde anfeuern. Dennoch muss ich sie heute warnen. Mir ist klar, dass sie eine Menge Geld und politisches Kapital investiert haben um so weit zu kommen, aber ich will nicht dass diese Schlacht gewonnen, der Krieg aber verloren wird. Eine neue Initiative wird benötigt, welche die Euro-denominierten Kredite der Banken berücksichtigt.