Central Banks are the Alchemists of the 21th Century

Just as William Shakespeare was pivotal for English literature, culture and language, so was Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) for the German language. He was a writer, a polymath, a philosopher, a genius! Already in his own lifetime he was known under the epithet “Dichterfürst” (poet count). But he was also treasurer at the court of count Karl August in Weimar. The experience drawn from this dual career as poet and treasurer let him create a work without equal in its combination of literature and monetary policy. Faust is a must-read for every monetary historian.

TheGoldStandard44Aug14

„Der Dollar hält sich nur noch durch militärische Erpressung auf den Beinen“

Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 02.08.2014:

Überschuldung, Inflation, Subventionen und Korruption: Die meisten Probleme der aktuellen Finanzkrise sind auf eine ungedeckte Papierwährung zurückführen. Das internationale Goldstandard-Institut plädiert daher für eine Rückkehr zu goldgedeckten Währungen, um der Maßlosigkeit einen Riegel vorzuschieben.

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Eine Reißbrettwährung als Verfassungsersatz

Nun ist es auch schon wieder zwölf Jahre her, dass man die Kunstwährung Euro über den halben Kontinent gestülpt hat, ohne das Gros der Bürger darüber zu (be)fragen. In diesen zwölf Jahren ist viel passiert: man musste das neue Geld mehrfach retten, kaum eine Währung zuvor wurde derartig massiv kritisiert, auch wurde noch nie so viel Propaganda für eine Währung gemacht und in Europa wurde wohl auch noch nie derart viel über die Währung und ihre Entstehung diskutiert wie über den Euro. Warum das so ist, soll hier erörtert werden.

Die Entstehung

Schon in ihrer Entstehung unterscheidet sich die Reißbrettwährung wesentlich von ihren Vorgängern. Früheres Geld wurde zumeist von den wirtschaftlichen Akteuren „bottom-up“ mitbestimmt oder – wenn es optimal gelaufen ist – ging aus einer Mehrzahl konkurrierender Möglichkeiten als Sieger hervor und wurde dann von der Politik zum „offiziellen“ Geld gemacht. Im Gegensatz dazu wurde der Euro von der Politik konstruiert und „top-down“ in den Euro-Mitgliedsstaaten eingeführt.

Am 1.1.2002 begann – nach für ein solch wichtiges und komplexes Projekt relativ kurzer Planungs- und Vorbereitungsphase – das größte währungstechnische Experiment der Menschheit. Noch nie zuvor wurde mit einem Schlag eine Währung

  • über derart unterschiedliche Länder und Regionen mit
  • derart unterschiedlichen kulturellen Lebensweisen und Vorlieben
  • so unterschiedlichen Wirtschaftssystemen, die sich
  • in so verschiedenen Konjunkturstadien befanden, eingeführt.

Natürlich stellt sich die Frage nach dem Grund für die Eile. Jedermann wusste doch, dass die einzelnen Länder sich wirtschaftlich „…und überhaupt“ bei weitem nicht so angenähert hatten, als dass sie reif für eine derartige Vereinigung gewesen wären. Die Eile war aber dadurch gegeben, da die EU keine gemeinsame Verfassung zustande gebracht hatte. Mangels Verfassung hätte auch die politische europäische Gemeinschaft nur stotternd eine wirkliche Gemeinschaft werden können.

Die vier Schritte zur Vereinigung von Völkern und Kulturen

Das Versagen der EU beim Zustandebringen einer Verfassung ist weniger im Unvermögen der Planer, sondern eher in der historischen Tatsache begründet, dass sich die Vereinigung von Gesellschaften historisch immer gleich in einer Reihe von aufeinanderfolgenden Schritten vollzieht. Dieser Annäherungsprozess erstreckt sich über einen langen Zeitraum von mehreren Hundert Jahren und umfasst die folgenden Phasen:

  1. Warentausch

Alles beginnt mit dem Interesse an Gütern und Waren des jeweils anderen. Um diese zu tauschen, etablieren sich Handelswege und Marktplätze an diesen Routen.

  1. Außenhandel und militärische Bündnisse

Um den Handel nicht zu gefährden, werden diese Routen von den Sicherheitskräften der Länder befriedet. Militärische Bündnisse werden geschlossen, um den friedlichen Ablauf des Warenverkehrs sicherzustellen.

  1. Sprache, Kulturaustausch

Von ihren Reisen bringen die Händler Gewohnheiten, Sprache, Küche und Kulturtechniken zurück in die Heimat; diese werden von den Daheimgebliebenen teilweise übernommen. Der Lebensführungs- und Kulturaustausch als Herzstück und essenzielle Basis einer Vereinigung hat begonnen.

  1. Rechtsempfinden/Rechtssystem

Erst ganz zuletzt beginnen die Gesellschaften damit, Rechtsgebräuche zu übernehmen bzw. auszutauschen oder gar zu vereinigen. Das eigene Rechtssystem (welches quasi eine Kodifizierung der herrschenden Moralvorstellungen darstellt) liegt dem Individuum natürlicherweise sehr am Herzen und die Bereitschaft, es zu tauschen oder abzuändern, ist daher äußerst gering.

Glaubt man dieser Aufstellung von Historikern, dann war es den Menschen von vornherein unmöglich, mit den Visionen der EU-Politiker emotional und kulturell Schritt zu halten. Auch die Verfassungs-Ersatz-Verträge, zwar nach schönen Städten (Maastricht, Lissabon) benannt, sind inhaltlich nur bedingt tauglich. Ohne Verfassung bzw. einen vollwertigen Verfassungsersatz hatte das visionäre Europa von Beginn an einen ordentlichen Klumpfuß. Eile war geboten, ein Medium zur Integration und Schaffung einer gesamteuropäischen Bindung musste her und tragischer Weise ist man auf die Idee gekommen, dass eine gemeinsame Währung mit all ihren Verquickungen automatisch die Bindung der einzelnen Kulturen stärken müsste.

 Die Funktionsverschiebung

Um eine politische Vision zu verwirklichen, wurde also eine rechtssystematische Notwendigkeit mehr oder weniger geschickt umgangen. Es wurde ein Ersatzmittel in Form einer Währung geschaffen – mit kaum abschätzbaren Folgen. Die Funktionsverschiebung vom Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel zum Rechts- und Verfassungsersatz drängt die ursprüngliche Rolle des Geldes ins Abseits und allen Ortens kann man dies verspüren. Während Geld als Tauschmittel noch!!! funktioniert, kann es seiner Funktion als Wertaufbewahrungsmittel nicht mehr nachkommen. Der massive Kaufkraftverlust, den die Bürger seit der Euroeinführung zu ertragen hatten und haben, war zu Schillingzeiten nicht denkbar. Oder ist dieser (Enteignungs-)Effekt der Reißbrettwährung gar gewollt? Demnächst mehr, wenn Sie wollen!

Goldbindung – Der Weg in die Freiheit

von Wolfgang Schwetz

Die Geschichte kennt unzählige Ausformungen der Geldpolitik. Schon die Fürstenhäuser des Mittelalters bedienten sich ihrer Macht, um das Wesen des Geldes zu ihrem Vorteil zu verändern – und es dabei meist zu verwässern. Sie konnten der Versuchung nicht widerstehen, allzu kostspielige Unternehmungen und Vorhaben auf Umwegen zu finanzieren. Gold- und Silbermünzen wurden etwa weniger wertvolle Metalle beigemengt, die Bevölkerung so – nicht unmittelbar gewalttätig aber doch gewaltsam – einer schleichenden Enteignung unterzogen.

Was damals Fürstenhäuser veranlassten, wird heute in anderer Form hinter den Mauern von Zentralbanken besiegelt. Das Gespenst der Inflation wandelt leiser umher denn jemals zuvor  in der Vergangenheit. Es ist nicht mehr erforderlich, die sprichwörtlichen Notenpressen anzuwerfen. Die deutsche Reichsbank sah sich im Zuge ihrer inflationären Währungspolitik, die nicht nur das Geld der Weimarer Republik, sondern auch die junge Demokratie aushöhlen sollte, mit einem Mangel an Papier konfrontiert. Heutige Notenbanker müssen sich darüber keine Sorgen mehr machen. Geld hat sich längst digitalisiert, ist zur bloßen Buchungszeile geworden. So wurde die härteste, aber jedenfalls leiseste aller Steuern noch abstrakter. Im Kern besteht jedoch wenig Unterschied zwischen den Handlungsweisen von in finanzielle Bedrängnis geratenen mittelalterlichen Potentaten und jenen unserer heutigen Notenbanken. Macht und intransparente Entscheidungsprozesse verleihen zu jeder Epoche die Möglichkeit, den Wert des Geldes und damit die Stabilität der Gesellschaft zu untergraben. Die Volkswirtschaften des früheren D-Mark-Blocks sehen sich mit den Auswirkungen expansiver monetärer Politik in besonderem Maße konfrontiert. Die Maxime der Preisstabilität wurde zugunsten politischer Visionen aufgegeben. Die Europäische Zentralbank schüttelte das Erbe der Deutschen Bundesbank ab, sollte sie es jemals tatsächlich angetreten haben.

Staatliche Budgets können als in Zahlen gegossene Politik verstanden werden. Spätestens seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers wurde in der Währungsunion der Geldwert selbst zum Politikum. Die Gravitation der Marktkräfte wurde zugunsten eines neuen Interventionismus seitens des Europäischen Zentralbankensystems und vermutlich zumindest mit stillschweigender Duldung der europäischen Regierungen außer Kraft gesetzt. Der Liberalismus befindet sich auf dem Rückzug und wird schrittweise durch einen seinem Wesen nach sozialistisch gefärbten Institutionalismus ersetzt. Der kollektivistische Zentralismus errang Sieg um Sieg gegen den freiheitlichen Föderalismus. Beide parallel verlaufenden Entwicklungen führen zu einer gewichtigen Verschiebung, die Liberalen zu denken gibt. Im Lauf der Finanzkrise akkumulierte die EZB ein Vielfaches der ihr zugedachten Macht. Demokratisch legitimierte Parlamente traten im selben Maße in den Hintergrund. Die Budgethoheit, das Königsrecht eines Staates, wurde an den Europäischen Stabilitätsmechanismus abgegeben. Einer ebenso einflussreichen wie anonymen Organisation.

Der liberale Denker Friedrich August von Hayek warnte in seinem Werk „Der Weg zur Knechtschaft“ eindringlich vor übermächtigen Bürokratien und der Akkumulation von Macht. Die Summe geballter Macht ist demnach größer als die ihrer einzelnen Teile. Die verbrecherischen Taten kollektivistischer Diktaturen des Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus wurden im Umfeld der Entstehung seines Werkes in ihrer umfassenden Fatalität offenbar. Folglich müsste die Geschichte als Plädoyer für ein möglichst liberales und dezentrales Staatswesen verstanden werden, um die Schreckensvision des totalen Staates und der totalitären Gesellschaft endgültig zu begraben. Freilich soll das Direktorium der EZB nicht mit den tragenden Persönlichkeiten diktatorischer Systeme verglichen werden. Doch welche Hybris sich hinter der Überzeugung verbergen muss, dem Versagen des Staates und seiner Organe durch eine Ausweitung seiner Befugnisse und Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Lenkung begegnen zu wollen, lässt sich kaum erahnen. In seinem späten Werk „Die verhängnisvolle Anmaßung“ – einer Abhandlung wider den Sozialismus – zitiert Hayek einen berühmten Ausspruch Carl Mengers, der die Essenz unserer heutigen Demokratiekrise treffend beschreibt: „Wieso vermögen dem Gemeinwohl dienende und für dessen Entwicklung höchst bedeutsame Institutionen ohne einen auf ihre Begründung gerichteten Gemeinwillen zu entstehen?“

Eine Entpolitisierung des Geldes und damit die Rückbesinnung auf dessen Facetten als Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel wären einer freisinnig-liberalen statt zentralistisch-doktrinären Gesellschaftsordnung zuträglich. Die Goldbindung einer Währung fesselt die ansonsten nahezu grenzenlose Macht der Politik und schenkt den Menschen dadurch Freiheit.

The Gold Standard | The journal of The Gold Standard Institute

The dawn of the 20th century was a period of enormous excitement. Innovations went way beyond just the industrial advances popularly represented by the Henry Ford assembly line. In France, the 19th century development of haute couture had reached a peak. Fashion photography was born with the ‘shoot’ of Paul Poiret’s radically chic collection of gowns in Paris.

The Gold Standard | January 2014

Herzlich willkommen auf der Website des Gold Standard Institut Europa

Mit dem Jahr 2014 nähern wir uns derzeit dem hundertsten Geburtstag des letzten Papiergeldexperiments.

1914 gaben die Regierungen von Deutschland, Belgien, Frankreich und England das Gold auf, welches den Menschen Wohlstand gebracht hatte und ersetzten es durch Papiergeld, das sie drucken konnten. Warum taten sie das? Die Antwort lautet: damit sie in den Krieg ziehen konnten. Krieg zu führen ist teuer – zu teuer für echtes Geld. Das war natürlich nur als kurzzeitige Maßnahme gedacht; so wie auch 1971 der Default der USA auf ihre internationalen Goldverbindlichkeiten nur zeitweilig sein sollte. So ging das 20. Jahrhundert dahin, das mit Abstand blutigste der Geschichte.

Heute befindet sich die Welt auf dem Weg zurück zum Gold: nicht weil die Regierungen es so wollten, sondern weil sie es müssen, wenn sie den totalen Ruin verhindern wollen. Zentralbanken haben seit 2009 Gold angesammelt, manche mehr, manche weniger. Sie wissen sehr genau, dass Gold seinen Wert über Zeit bewahrt, Papiergeld jedoch nicht.

Je mehr die Staatsreserven, ausgedrückt in Papiergeld, an Wert verlieren, desto dringender wird der Bedarf an Gold. Der Tag, an dem alle internationalen Transaktionen in Gold stattfinden werden, kommt schnell näher. Regierungen vertrauen dem Papiergeld der anderen nicht mehr; sie vertrauen nicht einmal mehr dem eigenen Papiergeld – aus gutem Grund.

Regierungen und Zentralbanken kümmern sich um ihre eigenen Belange; aber wer kümmert sich um die Interessen der einfachen Bürger? Sagen die Regierungen ihren Bürgern, dass ihre Papiergeldsorgen derart gravierend sind, dass sie so viel wie möglich ihrer eigenen Reserven abbauen? Ihr zynisches Schweigen verrät ihr Eigeninteresse.

Wir vom Gold Standard Institut sorgen uns. Seit vier Jahren sprechen und schreiben wir öffentlich für die unausweichliche Rückkehr zum Goldstandard. Im Gegensatz zu Regierungen ist das Institut eine gemeinnützige Organisation. Wir arbeiten unentgeltlich und finanzieren unsere Aktivitäten aus unserer eigenen Tasche und den Spenden der Institutsmitglieder, weil die Menschen über die bevorstehenden Ereignisse informiert werden müssen.

Thomas Bachheimer, Präsident des Gold Standard Institut Europa, arbeitet seit drei Jahren unermüdlich für die Agenda des Instituts. Die Welt ändert sich – schnell. Es ist an der Zeit, dass jeder sich über Gold und den unverfälschten Goldstandard informiert. Zumindest sollte man den Zentralbanken nicht nachstehen und beginnen, seine eigenen Goldreserven aufzubauen.

2014 wird es keine Party zu Ehren des 100jährigen Papiergeldjubiläums geben, aber wir werden vielleicht eine Feier des Beginns eines Goldstandards feiern können. Gold wird kommen, bist Du bereit? Auf welcher Seite der Geschichte wirst Du stehen – bei den Verlierern oder bei den Gewinnern?

Philip Barton
President, The Gold Standard Institute International

Gold- und Silberkauf – Grundlagen

Gewicht

Kaufen Sie in kleinen Einheiten. Dafür gibt es einige gute Gründe. Erstens, möchten Sie eventuell später tauschen. Dieser Tausch ist einfacher, wenn man anstelle von einem 10-Unzen-Barren 10 1-Unzen-Barren hat. Das Sparpotenzial an Papiergeld, wenn man größere Einheiten kauft, ist sehr gering bis nicht existent. Mit kleineren Einheiten hat man immer mehr Möglichkeiten, bei Transaktionen genau wie bei der Lagerung. 1-Unzen Münzen und Barren sind die häufigste Stückelung am Markt.

Zweitens, erlaubt diese Stückelung den stetigen Kauf von Gold und Silber über einen langen Zeitraum. Dies senkt den Eintrittspreis, da beide Metalle mehr und mehr Papiergeld kosten werden.

Drittens, je geringer das Gewicht, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es sich um eine Fälschung handelt. Dieses Problem wird in Zukunft eher zu- als abnehmen. Das heißt nicht, dass es sich nicht lohnt, einen 1-Unzen-Barren zu fälschen. Allerdings werden Fälscher größere Stückelungen profitabler finden.

Effektive Goldfälschungen werden aus Wolfram hergestellt, welches eine sehr ähnliche Dichte wie Gold hat. Ein Wolfram-Barren wird hergestellt und dann mit Gold beschichtet. Ohne Spezialausrüstung ist es fast unmöglich, den Unterschied zu erkennen.


Münzen oder Barren?

Barren sind die größtmögliche Menge Gold oder Silber pro Dollar (Papiergeld). Die Herstellung von Münzen verursacht höhere Kosten als die von Barren, daher sind diese auch teurer als dasselbe Gewicht in Barrenform.

Der große Vorteil von Münzen ist, dass man sie unter die “Schrott”münzen mischen kann und damit unerkannt durch Sicherheitskontrollen wie z.B. an Flughäfen spazieren kann. Ich habe dies schon häufig und in verschiedenen Ländern ausprobiert. Bei Barren funktioniert das leider nicht. Ich wurde im letzten Jahr in Europa zweimal aufgehalten, weil ich zwei Unzenbarren in meiner Geldbörse hatte, welche im Scanner erkannt wurden.

Ich zeigte sie der Sicherheitsbeamtin, die mich fragte, was das sei. Ich sagte ihr, dass sie aus Gold wären und sie winkte mich durch. Das ist nicht immer der Fall. Manche Länder erlauben den Transport von Gold über Landesgrenzen hinweg, manche nicht. Seien Sie darauf gefasst, dass die meisten Länder das in Zukunft nicht erlauben werden.

Wenn Sie planen, Ihr Gold zu transportieren, dann sollten Sie Münzen kaufen. Wenn Sie planen, Ihr Gold/Silber im Hof zu vergraben, kaufen Sie Barren. Ich würde eine Mischung vorschlagen, aber wenn Sie die jeweiligen Vorteile verstehen, ist es eine persönliche Entscheidung basierend auf Ihren persönlichen Umständen. Goldmünzen haben oft, immer nicht immer, einen Teil Kupfer, um die Härte zu erhöhen. Ein 1-Unzen Krügerrand hat genau eine Unze Gold, wiegt aber etwas mehr aufgrund des Kupferanteils (1,0909 Unzen). Ein Kanadischer Maple hingegen ist aus purem Gold und wiegt daher 1 Unze. Beide Münzen sind gleich viel wert und kaufen den gleichen Betrag des gesetzlichen Zahlungsmittels.

Ich besitze einige American Buffalo Silbermünzen wegen ihrer Schönheit, kaufe ansonsten aber nur Silberbarren. Die Herstellungskosten für Silbermünzen sind gemessen am Materialwert von ca. $16 pro Unze sehr hoch.


Numismatische Münzen

Diese sind wesentlich teurer als ihr jeweiliger Gold- oder Silberwert, weil sie Sammlerobjekte sind. Weil sie nicht mehr produziert werden, ist ihr Angebot begrenzt. Damit repräsentieren sie die geringste Menge Edelmetall für den größten Betrag Papiergeldes. Wenn Sie Gold als Investment kaufen, können diese Münzen einen hohen Preisanstieg bringen. Wenn Sie Gold wegen seiner monetären Eigenschaften kaufen, sind Sammlermünzen nicht geeignet.

Wenn Sie numismatische Münzen kaufen, brauchen Sie nicht nur Kenntnisse über Gold, sondern auch über Sammlermünzen (Seltenheit, Zustand, etc.) Dieses ist ein Spezialgebiet, auf dem ich mangels Erfahrung nicht helfen kann.


Kaufen Sie Markenprodukte

Kaufen Sie Marken. Gold und Silber der bekannten Prägeanstalten sind nicht teurer als die von obskuren Herstellern in obskuren Ländern. Wenn Sie das Gold und Silber einmal ausgeben, sei es für Papiergeld oder Waren, wird der Empfänger diese Barren schnell und sicher identifizieren wollen. Wenn die Barren einen bekannten Prägestempel haben (ABC bullion, Perth Mint, etc.), sind sie leicht einzutauschen. Bei Münzen sind Krügerrands, Kanadische Maples und American Eagles viel leichter erkennbar als australische oder chinesische Münzen. Daher wird man sie später auch leichter eintauschen können.


Wo sollte man kaufen

Kaufen Sie bei einem angesehenen Händler. Schauen Sie in die Gelben Seiten und sehen Sie sich um. Reden Sie mit den Händlern, und finden Sie jemanden, der sich Zeit für Sie nimmt. Sagen Sie, dass Sie ein Anfänger sind und fragen Sie um Rat. Kaufen Sie nicht im Internet, denn dort gibt es viele Betrüger.

Nutzen Sie das Internet trotzdem zum Preisvergleich. Viele Händler haben eine Website mit Preisen. Diese variieren von Händler zu Händler. Oder erfragen Sie die Preise einfach telefonisch. Erwarten Sie nicht, dass Sie zu den Spotpreisen, die in der Presse veröffentlicht werden, kaufen können. Sie werden immer einen Aufschlag zahlen müssen. Der Aufschlag deckt Kosten für Transport, Lagerung, Sicherheit, Händlermarge, etc. Wie hoch dieser Aufschlag ist, hängt davon ab, wo Sie kaufen.

Regelmäßig mit Händlern zu reden, wird Ihnen Sicherheit geben. Nach einer Weile werden Sie Gold und Silber allein durch Berühren erkennen und die verschiedenen Münzen auf einen Blick zuordnen können. Jetzt sind Sie bereit zu kaufen.


Wann sollte man kaufen

Beim Gold- und Silberkauf gibt es zwei Phasen. Zuerst sammeln Sie Ihre Basisposition an. Das ist die Menge an Gold und Silber, die Sie mindestens besitzen wollen. In dieser Phase sollten Sie sofort nachkaufen, wenn Sie freie Papiergeldmittel haben. Denken Sie nicht über den Preis in Papiergeld nach, sondern bauen Sie Ihre Basis Schritt für Schritt aus. Manchmal wird der Preis etwas höher sein, manchmal etwas niedriger – bauen Sie einfach unbeirrt Ihre Position aus.

Die zweite Phase beginnt, wenn Sie Ihre Basis erreicht haben, aber trotzdem mehr kaufen wollen. Jetzt können sie wählerischer sein und versuchen, den Markt zu spielen. Kaufen Sie bei Tiefpreisen. Das ist nicht so einfach, wie es klingt. Ich persönlich revidiere laufend meine Vorstellung von der Höhe der Basisposition; sobald ich mein ursprüngliches Ziel erreicht habe, lege ich die Latte etwas höher und habe so während der letzten 10 Jahre kontinuierlich meine Position ausgebaut. Sie werden überrascht sein, wie schnell sich Ihr Vorrat vermehrt.

Ich persönlich rate dazu, Gold anzusammeln und nicht damit aufzuhören. Aber ich betrachte Gold auch nicht als Investment, ich betrachte es als Geld und daher messe ich meinen Wohlstand daran, wie viele Unzen Gold ich besitze. Mir erscheint die Vorstellung, Gold oder Silber zu verkaufen, etwas unsinnig … wie kann man Geld verkaufen?


In welchem Verhältnis sollten Ihre Gold- und Silbervorräte stehen?

Wenn monetäre Edelmetalle zirkulieren, ist Silber das am häufigsten benutzte Geld. Es wird für tägliche Transaktionen benutzt. Silber hörte in den USA erst in den 1960er Jahren auf zu zirkulieren. Gold ist für die großen Anschaffungen.

Da es ein viel höheres Wert-zu-Gewicht Verhältnis hat, ist Gold einfacher zu lagern und zu transportieren. $20.000 in Gold kann man sehr leicht unauffällig bei sich tragen. $20.000 in Silber wird Ihre Taschen ausbeulen und Sie am Boden festnageln.

Wenn Sie Gold und Silber als Investment betrachten, wird Silber in der Krise und nur in der Krise schneller im Wert steigen als Gold. In einer wirklichen Krise wird Gold für alle außer den Eliten zu teuer sein. Otto Normalverbraucher wird dem Silber hinterher jagen und jeden Preis dafür zahlen.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie genau das Verhältnis Gold zu Silber in seinem Falle optimal ist.


Wo sollte man Gold und Silber lagern

Lagern Sie immer, immer Ihre Edelmetalle selbst. Akzeptieren Sie nie ein Stück Papier als Besitzurkunde und überlassen Ihre Metalle so jemand anderem. Gartenarbeiten zu Mitternacht sind ein beliebtes Hobby unter Gold- und Silberbesitzern.

Obwohl monetäre Metalle vielleicht nicht wieder durch die Regierungen konfisziert werden (unter Roosevelt ist das 1933 passiert), bleibt dies meiner Meinung nach immer eine Gefahr. Daher sollte man sich vor dieser Eventualität schützen.

Sagen Sie niemandem, dass Sie Gold/Silber zuhause lagern. Das kann nur zu Problemen führen. Idealerweise sollte niemand wissen, dass Sie überhaupt Gold/Silber besitzen. Heute mögen Ihre Erzählungen über Gold/Silber nur mildes Interesse hervorrufen, oder eher noch ein Gähnen. Wenn Gold und Silber einmal auf den Titelseiten der Zeitungen auftauchen, wird diese Unterhaltung erinnert werden und Sie werden Ihre Unvorsichtigkeit bereuen. Wenn Sie Ihr Gold/Silber vergraben, tun Sie dies an zwei Stellen. Eine mit einer kleinen Menge, die andere mit dem großen Teil. So können Sie unter Zwang etwas herausgeben und sind trotzdem nicht ruiniert. Weiters sollten Sie Eisen an verschiedenen Stellen vergraben, das verwirrt die Diebe mit Metalldetektoren.


Warum sollten Sie Gold und Silber besitzen?

Weil Gold und Silber echtes Geld mit einer 4.500jährigen Geschichte als Zahlungsmittel sind. Zentralbanken halten immer einen großen Teil ihrer Reserven in Gold. Sie sollten das auch tun.

Bislang ist das aktuelle Papiergeldsystem nicht kollabiert. Das wird es aber mit Sicherheit, die einzige Frage ist: wann. Jedes einzelne Papiergeldsystem in der Geschichte, wann und wo auch immer, ist gescheitert und hat seinen Wert in Gänze verloren. Gold und Silber werden Ihren Wohlstand vom „hier“ zu wo auch immer das „dort“ sein wird, retten. Wenn Sie glauben, dass unser derzeitiges Geldsystem auf tönernen Füßen steht, ist Gold/Silber die richtige Versicherung für Sie.

Sie rechnen nicht damit, dass Ihr Haus niederbrennt, trotzdem versichern Sie sich gegen diesen Fall. Gold und Silber sollte man als Versicherung für seinen Wohlstand betrachten. Es ist sogar besser als eine Versicherung. Wenn Ihr Haus nicht niederbrennt, bekommen Sie die gezahlten Versicherungsprämien nicht zurück. Wenn das Geldpapiersystem nicht zusammenbricht, können Sie Ihre Gold/Silber-Versicherung in jeder Münze zurückzahlen. Gold und Silber werden vom Investor korrekterweise als Lotterielos mit Geld-Zurück-Garantie angesehen. Worauf warten Sie?


Philip Barton

Warum die Eile?

Wir alle wissen, dass die Preise steigen. Viele von uns wissen auch, dass das nicht immer so war. Preise waren vor der Gründung der Federal Reserve im Jahre 1913 wesentlich stabiler – zu einer Zeit, als Amerika den Goldstandard hatte. Aber ist dies ein Grund zur Eile? Wenn der Dollar Jahr für Jahr 2% oder 6% seines Wertes verliert, ist das nur eine neue Steuer. Das sollte irgendwann einmal repariert werden, zusammen mit all den anderen schlechten Steuern.

Viele Ökonomen sagen, dass, da seit 2008 die Geldmenge so massiv angestiegen ist, die Preise sicher auch bald folgen werden. Aber mit so vielen Menschen ohne Arbeit steigt die Nachfrage nicht und in teilweise sinkt so sogar. Werden die Preise wirklich bald beginnen, pro Monat 5% oder 20% anzusteigen? Zunehmend wird klar, dass dieses Szenario nicht kommen wird.

Es gibt einen anderen Grund, warum wir rasch zum Goldstandard wechseln müssen: Schulden.

Seit 1971, als Präsident Nixon den Goldverpflichtungen nicht mehr nachgekommen ist (Default) und damit das letzte Band des Dollars zum Gold zerschnitt, ist der Dollar nicht mehr gegen Gold eintauschbar. Die meisten Menschen sagen, der Dollar ist eine “Fiat”-Währung. “Fiat” bedeutet Zwang, und es ist tatsächlich wahr, dass der Dollar nur verwendet wird, weil wir dazu gezwungen werden.

Genauer heißt der Dollar Federal Reserve Note (dies steht auch auf jedem Schein). Note und Schein sind Worte für Kredit. Vor der Federal Reserve konnte jeder Papiernoten gegen Gold oder Silber eintauschen. Heute gibt es dafür keine Möglichkeit mehr. Das bedeutet, dass es keinen Weg gibt, Schulden endgültig auszulöschen.

Zum Beispiel, wenn Sie jemandem $100 schulden, können Sie ihm fünf $20-Scheine geben. Damit sind Sie Ihre Schulden los, aber nun schuldet die Fed Ihrem ehemaligen Gläubiger. Er könnte die Scheine bei der Bank deponieren. Dann schuldet die Bank ihm und die Fed schuldet der Bank. Die Bank könnte Staatsanleihen kaufen. Damit würde der Staat der Bank schulden und so weiter.

Der Haken ist, dass die Schulden nicht zurückgezahlt werden können, und die Zinsen ebenso wenig. Jedes Jahr müssen neue Schulden aufgenommen werden, um die Zinsen zu bedienen, und noch mehr, wenn die Fed Wachstum möchte. In der Tat, seit 1971 haben sich die Schulden ca. alle acht Jahre verdoppelt. In letzter Zeit hat sich dieser Verdoppelungszeitraum sogar noch verkürzt.

Die Preise könnten theoretisch immer steigen. Das ist an sich nicht destabilisierend. Die Preise sind in den letzten 100 Jahren gestiegen und sie könnten auch die nächsten 100 Jahre weiter steigen. Aber Schulden haben ein Limit. Das System kollabiert, wenn der Schuldner eine Zahlung versäumt.

Das gesamte Dollar-Geldsystem basiert darauf, Staatsschulden so zu behandeln, als seien sie Gold. Das sind sie aber nicht. Gold sind nicht die Schulden eines Dritten und Gold kann nicht ausfallen.

Die US-Regierung sitzt in einer Hinsicht im selben Boot wie die griechische. Sie kann ihre Ausgaben inklusive Zinszahlungen auf ihre Schulden nicht finanzieren, ohne zusätzliche Schulden aufzunehmen. Das ist wie der Kreditkartenkunde, der eine alte Rechnung zahlt, indem er eine neue Kreditkarte einsetzt. In einem Punkt steht die US-Regierung allerdings besser da als die griechische: die ganze Welt ist erpicht darauf, amerikanische Staatsanleihen zu kaufen – noch.

Man kann die Katastrophe gar nicht überschätzen, die eintritt, wenn die Anleihen kollabieren. Staatsanleihen sind die grundlegenden Aktiva jeder Bank, jeder Versicherung und jedes Pensionsfonds. Wenn diese Anlage wegbricht, können Banken und andere Finanzdienstleister ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Das ist ein Problem, weil das, was die Menschen als “Geld auf der Bank” betrachten, in Wirklichkeit eine Verbindlichkeit der Bank ist.

Wenn wir den Kurs nicht ändern, werden wir eines Morgens aufwachen und sehen, dass unsere Bankkonten leergefegt sind. Dasselbe wird gleichzeitig mit unseren Renten und Versicherungen passieren. Wir werden keine Jobs haben, weil unsere Arbeitgeber ihre Gehaltskonten bei der Bank hatten. Auch wenn wir noch Geldscheine in der Tasche haben, werden die Lebensmittel nicht lange reichen, weil die Lebensmittelproduktion und der Transport vom Bankensystem abhängen.

Es ist schwer, sich das Chaos vorzustellen, wenn Imperien (wie früher das Römische Reich) zusammenbrechen. Manche Menschen bereiten sich jetzt schon für diesen Fall vor. Wir kämpfen dafür, diesen Zusammenbruch zu verhindern und den Übergang zum Goldstandard vorzubereiten. Jeder, der die Zivilisation liebt, sollte sich zu uns gesellen. Lasst uns nicht warten, bis es zu spät ist.

Wechsel versus Real Bills

Wechsel (Commercial Paper) oder Schuldscheine (Unsecured Promissory Notes) werden derzeit genutzt, um die laufenden Kosten eines Unternehmens zu decken. Sie haben mit Real Bills gemeinsam, dass beides kurzfristige Papiere sind; davon abgesehen gibt es keinerlei Gemeinsamkeiten.

Grundsätzlich stehen Wechsel großen Unternehmen mit guter Bonität offen, da sie unbesicherte Verbindlichkeiten des Unternehmens sind. Im Gegensatz dazu sind Real Bills auf Konsumguter gezogen, die auf ihrem Weg zum Konsumenten sind. Die Waren, auf die die Bills gezogen sind, werden verkauft und die Goldmünzen (Geld), welche der Händler vom Kunden erhält, bezahlen die Bill, wenn sie fällig wird.

So werden die Schulden, welche durch die Bills repräsentiert sind, durch der Kunden Goldmünzen ausgelöscht. Wechsel hingegen müssen vom Emittenten zurückgezahlt werden; ein Emittent mit einer mittelmäßigen Bonität wird relative hohe Zinsen zahlen müssen. Tatsächlich kann der Markt es auch ablehnen, einem fragwürdigen Unternehmen Kredit zu gewähren, egal zu welchem Zinssatz.

Wegen diesen höheren Risikos sind Wechsel auch teurer als besicherte Darlehen. Im Gegensatz dazu sind Bills diskontiert und die niedrigste Diskontrate ist immer geringer als der geringste Zinssatz, weil Bills das Papier mit dem niedrigst möglichen Risiko sind.

Bills sind nicht abhängig von der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens, weil sie von keinem Unternehmen emittiert werden, sondern gegen die Waren, welche an Ladengeschäfte geliefert werden, gezogen sind – genauso wie eine Warenrechnung vom Händler bei Lieferung der bestellten Ware akzeptiert wird.

Nehmen wir zum Beispiel an, ein Lastwagen fährt bei der örtlichen Tankstelle vor, um 30.000 Liter Kraftstoff zu liefern. In Kanada kostet diese Menge Kraftstoff $25,000.

Glauben Sie, der Tankstellenpächter gibt dem Lastwagenfahrer $25,000 in bar, um für die Lieferung zu bezahlen? Wohl kaum! Oder schreibt er einen Scheck über $25,000? Unwahrscheinlich, oder? Tatsächlich unterzeichnet der Tankstellenpächter eine Rechnung: 30.000 Liter Kraftstoff wurden erworben zu einem Preis von $25,000. Diese Rechnung ist die Keimzelle der Real Bill.

Sie repräsentiert einen Wert in Höhe von $25,000; und das Bargeld, welches die Rechnung am Ende begleichen wird, wird von der Tankstelle peu-à-peu eingenommen, während die 30.000 Liter Kraftstoff über die nächsten paar Wochen verkauft werden. Wie lange dieser Verkauf dauert, hängt von der Frequenz an dieser speziellen Tankstelle ab und wird durch das Fälligkeitsdatum der Rechnung abgebildet.

Die nächste Frage ist nun: was tut der Großhändler mit der Rechnung? Behält er sie bis zum Fälligkeitsdatum, nutzt er sie (gemeinsam mit anderen Forderungen) als Sicherheit für einen Kredit, für den er der Bank teuer bezahlen müsste? Oder schickt er die Rechnung vielleicht an die Raffinerie, um für den Kraftstoff, den er gekauft hat, zu bezahlen – natürlich mit Abschlag! Die Raffinerie wird zufrieden sein, diese Rechnung zu bekommen, denn sie ist so gut wie Bargeld, und zwar wiederum zum Discount, d.h. die Raffinerie zahlt weniger für die Rechnung als den Nennwert. Die Raffinerie kann die Rechnung natürlich einsetzen, um Rohöl einzukaufen, und so weiter.

Die Kraftstoffrechnung ist ein Beispiel für vertikale Zirkulation; die Rechnung dient dazu, Werte zu transferieren bzw. Transaktionen innerhalb eines Sektors zu saldieren. Innerhalb eines Papiergeldsystems können Real Bills zwar vertikal zirkulieren, aber nicht horizontal über Sektorgrenzen hinweg.

Real Bills haben die bestmögliche Qualität aller verfügbaren Zahlungsinstrumente. Sie sind verzinste Papiere, welche in spätestens 91 Tagen in Gold auszahlbar sind. Niemand bei klarem Verstand würde jemals Real Bill gegen schnell abwertende zweifelhafte Instrumente wie eine Banknote eintauschen!

Ein weiterer signifikanter Unterschied zwischen Bills und Wechseln wird deutlich, wenn wir den Kontext betrachten. Real Bills spiegeln den Wert von Waren wider, welche tatsächlich am Markt verkauft wurden – sie sind eindeutig konsumgetrieben. Tatsächlich ist die Geschwindigkeit der Geldzirkulation gleich der Schaffung von Real Bills.

Je mehr Konsum (hohe Geschwindigkeit), desto mehr Real Bills werden gezogen; nimmt die Geschwindigkeit der Geldzirkulation – oder die Konsumfreudigkeit – ab, werden weniger neue Bills gezogen. Die bestehenden Bills werden fällig und abbezahlt und der Gesamtwert der zirkulierenden Bills nimmt ab. Real Bills werden nie rolliert, sondern müssen bei Fälligkeit in Gold beglichen werden.

Real Bills haben Geldqualität, sie werden als Zahlungsmittel genutzt. In Gegensatz zu frei druckbarem Papiergeld sind sie aber nicht inflationär. Real Bills löschen sich selbst aus. In einem Real Bills System wären enorme Ungleichgewichte wie z.B. zwischen China und den USA unmöglich.

Ein weiterer Vorteil von Bills ist, dass die physischen Grenzen der Wirtschaft die Anzahl der Bills limitieren. Gibt es keine zusätzlichen Kapazitäten, um Rohöl zu verarbeiten, können logischerweise keine neuen Kraftstoff-Bills gezogen werden und kein zusätzlicher Kraftstoff kann an die Händler ausgeliefert werden. Diese Hemmnisse gibt es für Wechsel oder Fiat Währungen nicht.

Vergleiche Real Bills, die nicht inflationär und konsum-getrieben sind sowie rasch und automatisch auf Nachfrage und physische Zwänge reagieren, mit Wechseln. Die Kontrolle über Wechsel liegt in den Händen von großen Unternehmen, Banken und Politikern. Zinsen und Geldmenge werden von den Mächtigen festgelegt und nicht von der Marktnachfrage. Das macht diesen Markt anfällig für Manipulationen durch Gier und Korruption; er folgt nicht den Interessen der Realwirtschaft. Vereinfacht kann man sagen: ‘Wall Street versus Main Street’.

Im Gegenteil dazu sind Real Bills und Goldmünzen wahrhaft demokratisch. Die Macht liegt in den Händen des Verbrauchers, der Goldmünzen wie einen täglich einlösbaren Wahlzettel einsetzt. Der Diskontsatz wird durch den Konsum bestimmt, genau wie die Zinsen durch die Sparrate bestimmt werden. Man braucht keine Zentralbank; in der Tat zirkulieren Real Bills perfekt ohne jegliches Bankensystem. Der österreichische Ökonom Hans Sennholz sagte so treffend:

“Gesundes Geld und kostenloses Banking sind nicht unmöglich, sie sind lediglich illegal. Deshalb muss das Geld dereguliert werden. Der Goldstandard wird wieder eingeführt werden, sobald den Menschen klar wird, dass Ehrlichkeit die beste Politik ist.

So wie die Hoffnung auf unrechtmäßige Gewinne der Beginn des Fiat Geldsystems ist, ist Ehrlichkeit die Mutter des Goldstandards. Der Goldstandard ist so alt wie die Zivilisation. Durch die Jahrhunderte  hindurch ist der Goldstandard immer wieder aufgekommen, weil der Mensch ein verlässliches Zahlungsmittel braucht.”

Zweifellos werden wir bald Zeuge eines neuen Goldstandards, da das derzeitige Regime von ungedecktem Papiergeld zusammenbrechen wird. Es ist wichtig, das wir sicherstellen, dass Real Bills wieder zirkulieren können. Sonst wäre der neue Goldstandard dem Untergang geweiht, genau wie die Rückkehr Großbritanniens zum Gold nach dem 1. Weltkrieg dem Untergang geweiht war.

Rudy J. Fritsch